Buch_Rothenburg (2)Mit Codewort Rothenburg legt Bèla Bolten, der unter seinem bürgerlichen Namen bisher vor allem Biografien und Sachbücher – zum Teil als Ghostwriter – veröffentlichte, seinen ersten Kriminalroman vor. Die Handlung spielt im Berlin des Kriegsjahres 1941. Als der Kriminalkommissar Axel Daut zu einem Leichenfund in einem Berliner Hinterhof gerufen wird, glaubt er zunächst an ein weiteres Opfer des S-Bahn-Mörders, der seit einem Jahr für Angst und Schrecken sorgt und bereits sieben Frauen ermordet hat. Schon die ersten Ermittlungen zeigen jedoch, dass es sich um einen anderen Täter handeln muss. Eine Spur führt in ein Edelbordell namens "Pension Schmidt", von dem offiziell nicht einmal die "Sitte" etwas weiß. Allerdings interessieren sich die Spione der Auslandsabwehr für dieses Etablissement und schon bald wird Daut von höchster Stelle jede weitere Ermittlung in dem Fall untersagt. Er gefährde mit seinen Untersuchungen die Interessen des Deutschen Reiches. Nicht nur dienstlich ist Kommissar Daut irritiert. Auch seine Frau Luise gibt ihm Rätsel auf. Seit sie mit dem Ehepaar Neeb befreundet ist, äußert sie immer häufiger regimekritische Ansichten. Er ahnt aber nicht, dass sie dabei ist, sich einer Widerstandsgruppe anzuschließen. Entgegen dem Befehlt, den Fall zu den Akten zu legen, ermittelt Daut weiter und taucht ein in eine Welt aus Rausch und Begierde. Als deutsche Soldaten in Russland einmarschieren und Bomber Nacht für Nacht Tod und Zerstörung auch nach Berlin bringen, kommt es zu einem dramatischen Finale, an dessen Ende nichts mehr ist, wie es war.

Codewort Rothenburg ist ein Kriminalroman, also Fiktion. Allerdings enthält er zahlreiche historische Bezüge z. B. zur "Geheimen Reichssache Salon Kitty", um die sich immer noch zahlreiche Legenden ranken, oder zu Aktionen der Widerstandsgruppe Schulze-Boysen/Harnack, die Teil des Widerstandsnetzwerkes der "Roten Kapelle" war. Es treten auch reale Persönlichkeiten der Zeitgeschichte auf wie das Ehepaar Schulze-Boysen, der Ringer und Widerstandskämpfer Walter Seelenbinder und der deutsche Geheimdienstchef Schellenberg. Insofern schildert der Roman Ereignisse, die sich so hätten ereignen können.

Leseprobe:

Eins

Er hatte es sich schlimmer vorgestellt. Unangenehmer. Er sollte sich entspannen, dann könnte er es sogar genießen. Die Kameraden hatten recht, Inge war hübsch. Nicht schön, aber reizvoll. Weniger ihr Gesicht, in dem die Augen etwas zu eng beieinanderstanden und die Wangenknochen zu deutlich hervortraten. Sähe man nur ihren Kopf, könnte man sie für dürr halten. Er sah an ihrem Körper herunter. Sie war alles andere als das. Der Seidenkimono war aufgesprungen, und so hatte er einen freien Blick auf ihre Brüste, ihren Bauch, ihre Beine. Ein seidiges Etwas, eher ein Nichts als ein Höschen, verbarg die Scham zwischen ihren runden Schen¬keln. Sie stützte sich auf den linken Unterarm, trank einen Schluck Champagner und sah ihn herausfordernd an.
»Na, Soldat! Genug gesehen?«
Er fühlte sich ertappt. Das Blut schoss ihm ins Gesicht.
»Du bist ja vielleicht ein Held!«
Sie prustete los, und einige Spritzer Sekt trafen seine Nase.
»Wirst ja rot wie ein kleiner Junge, wenn du nur ein paar Tittchen siehst. Hoffentlich wirst du mir beim Rest nicht ohn¬mächtig!«
Wieder lachte sie lauthals.
»Nimm die Inge«, hatten seine Kameraden gesagt. »Die ist nicht nur hübsch, die hat auch richtig was drauf. Sachen macht die ...«
Mit seiner linken Hand umfasste er ihre rechte Brust. Inge drängte ihren Oberkörper gegen ihn.
»Na endlich. Ich dachte schon, du wolltest nie anfangen.«
Sie nestelte an seiner Gürtelschnalle und zog mit einem Ruck die Hose herunter. Als sie in seine Unterhose greifen wollte, schlug er ihre Hand weg. Sie riss die Augen auf.
»Aua, du tust mir weh.«
Er hatte zu fest zugepackt. Es war ein Reflex. Aus seinem Unterbewusstsein. Seit Jahrzehnten antrainiert.
Er lockerte den Griff.
»Tut mir leid. Aber ich kann nur ...«

 

Hier gehts direkt zum Buch: http://www.amazon.de/Codewort-Rothenburg-ebook/dp/B008EYOC7G/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1341399253&sr=8-1